Der Aussagegehalt einer erteilten Fahrerlaubnis ist mühsam zu definieren, scheint es doch manchmal bei eigener Teilnahme am Straßenverkehr so, als ob andere Fahrzeugführer nie je etwas von Kooperation und Rücksichtnahme gehört haben. Sämtliche Anstandsregeln sind oft außer Kraft gesetzt und ein rücksichtloses Drängeln und Rasen, gepaart mit dem Einsatz von Hupe oder Lichtmitteln, drängen den Verdacht auf, dass es schlecht bestellt ist um bundesdeutsche Tauglichkeit zum Autofahren.
Tatsächlich ist der Weg zum begehrten EU Autoführerschein, der seit geraumer Zeit eine gesamteuropäischen Gültigkeit inne hat, mit Kosten und Mühen verbunden. Neben umfangreichen Theorieunterricht werden praktische Fahrstunden als Pflichtprogramm absolviert, deren Umfang durch das Gesetz vorgeschrieben sind. Die Zahl der Pflichtstunden hat sich im Vergleich zu den Achtziger Jahren deutlich erhöht, was darauf zurückzuführen ist, dass die Verantwortlichen praktikable Wege suchten, die eine Verringerung von Unfällen, Verletzten und Toten wahrscheinlich machten.
Die Qualität einer Fahrausbildung ist abhängig von den individuellen Fähigkeiten des Fahrschülers, die – nicht anders als in anderen Ausbildungsbereichen auch - die intellektuellen und motorischen Fähigkeiten fordert. Bei Fahrausbildungslehrgängen – egal ob in einer Deutschen Fahrschule oder in einer polnischen, die zum EU Führerschein ausbildet – ist häufig eine starke Beeinflussung durch Ängste zu verzeichnen, die den dann gestressten Fahrschüler in einen Ausnahmezustand versetzten, den er nicht mehr kontrollieren kann.
Angst bewirkt bei den Betroffenen, dass sie nicht mehr die Möglichkeit zu klarem und vernunftorientierten Denken haben, sondern mit allen Sinnen und mit sämtlicher zur Verfügung stehender physischer Kraft auf „Überleben“ eingestellt sind. Diese, die Ausbildung beeinträchtigenden Momente, sind nur von einem besonnenen Fahrausbilder zu entschärfen und erfordern einen behutsamen und verständnisvollen Umgang mit dem künftigen Verkehrsteilnehmer.
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